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Reisewege 1

Reisewege 1

1. SEHENSWÜRDIGKEITEN: MADONNA DELLA RUOTA (map)

Sofort nach der “Casa del Mattone” (bei der Nr. 28) versperrt dem Besucher ein elegantes vergoldetes Tor den Zugang zu einer privaten Straße. Diese führt hinab an das Meer und endet an einer wunderschönen Villa, die in einem zauberhaften Garten versteckt liegt. Hier hat Ludwig Winter seinen berühmten botanischen Garten angelegt, der auf so zahlreichen historischen Postkarten abgebildet worden ist. Es sind diese Bilder, die den exotischen Flair Bordigheras in ganz Europa berühmt und begehrt machten. “ Ein Show-Garten höchsten Niveaus” so beschreibt es Viacava: “für Winter war es sein Haus, sein Traumgarten, die schönsten Palmen hatte er in dieser Baumschule gepflanzt und unzweifelhaft war es auch ein repräsentativer Ort, an dem er angemessen seine Geschäfte abwickeln konnte.” In diesem am Meeresufer gelegenenen Garten Winters wogen und wiegen noch immer die berühmten Palmen im Rhythmus der Wellen, die der deutsche Poet Joseph Viktor von Scheffel im Jahr 1856 besungen hat. Kurz nach der Kapelle der “Madonna della Ruota” fand der Pferde-Austausch der Postkutschen GENUA-NIZZA statt. Die mittelalterliche Kapelle ist in der Regel verschlossen aber an zwei Festen am 25. März und am 5. August wird sie für Besucher geöffnet. Hinter der Kirche, in der Via Madonna della Ruota 34, führt eine Straße zu der Wohnanlage “Baia della Ruota” hinunter, die an den Winter-Park anschließt. Hier, in mitten von Oliven, Eukalyptusbäumen, Agaven, Kakteen, Pinien und Bananen kann man noch die Atmosphäre dieses historischen Gartens wiedererleben.

2. SEHENSWÜRDIGKEITEN: DER GARTEN PALLANCAS (map)


Sofort nach dem Punta Migliarese Cap finden Sie einen steilen Abhang mit wunderschönen Terassenbauten und Steilhängen, die von außergewöhnlichen Pflanzen besiedelt werden. Sie befinden sich im “Pallanca Garten”. Dieses schöne Natur-Monument wurde von den Nachkommen des Bartolomeo Pallanca, junger Lehrling und späterer Mitarbeiter von Ludwig Winter, errichtet. Man findet dort mehr als 3200 verschiedene Planzen. Unter anderem kann hier die berühmte Kakteen-Sammlung, die umfangreichste Italiens und eine der wichtigsten in Europa, bewundert werden. Die älteste Pflanze - eine Copiapoa aus den Chilenischen Anden - ist über 300 Jahren alt. Der Exotische Pallanca Park wird auch als der “Erbe des Moreno Gartens” bezeichnet.

Capo Migliarese, sofort nach dem Tunnel am Ende Bordigheras Richtung San Remo, Via Madonna della Ruota 1

Öffnungszeiten: Im Winter 09:00-17:00 Uhr; Im Sommer 09:00-12:30 Uhr, 14:30-19:00 Uhr. Montags Morgen geschlossen. pallanca@masterweb.it

3. SEHENSWÜRDIGKEITEN: DIE KIRCHE DES CARMELO (map)


Die Kapelle der Madonna del Carmelo wurde 1790 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Giacomo Maria Giribaldi (1763-1850) erbaut. Er ging damit auf die Bedürfnissen der Bewohner des “Neuen Bordigheras” ein, so könnte man den Borgo Marina bezeichnen. Er ließ die Kirche auf einen an sein Elternhaus angrenzenden Bereich bauen: auf die traditionsreiche Piazza Mazzini. Damit wollte er auch vermeiden, dass seine Mitbürger um die Heilige Messen zu besuchen, den steilen Weg zur Altstadt-Kirche auf sich nehmen mußten. So enstand die kleine Kapelle der Madonna del Carmelo, die sofort jedes erdenkliche Privileg seitens der Kirchenautoritäten erhielt. Auf der Frontseite, die sich auf die heutige Piazza Mazzini richtet, ist eine bemerkenswerte Stuckarbeit mit floralen Motiven angebracht, welche ein Marienwappen umgeben. Darüber befindet sich ein mehrfarbiges Rosettenfenster, weiter oben eine Gibsplatte mit den Aufschrift “DECOR CARMELI”. Ein weiteres Stuckornament neben zwei kleinen seitlichen Fenstern und der Kirchenglocke in der Mitte mit darüber befindlichem Kruzifix, erinnert an die alte architektonische Form der Kirche. Den Eingang bestimmt immer noch das zweiflügelige Originaltor aus Holz. Trotz der Ersetzung des ursprünglichen Kuppelgewölbes durch ein Flachdach konnten die Proportionen im Innern der Kapelle bewahrt werden. Es bleibt ein hübscher kleiner Raum, der durch die weichen Linien der Stuckdekorationen und wertvollen Freskos bestimmt wird. Über dem Altar befindet sich in einer Nische die Madonna del Carmelo mit dem Jesuskind, flankiert von den Figuren des Hl. Josef und des Hl. Erasmus. Im Originalboden aus Schieferstein erinnert eine Tafel an die Abkömmlinge der Familie Giribaldi. Zwei Ölgemälde an den seitlichen Wände des Chorraumes zeigen den Hl. Johannes den Täufer und den Hl. Franziskus. Im Kirchenschiff befinden sich weitere kleinere Gemälde. Am 5. Oktober 1996 hat das Ministerium für Natur- und Denkmalschutz ein Dekret erlassen, in dem es die Kirche als einen “besonders zu schützenden, wichtigen Ort” erklärt. Somit untersteht sie jetzt dem Gesetz zur Erhaltung von besonderen Denkmälern und Monomenten (Gst. 1.6.1939 Nr. 1089; Aus dem Bericht des Ministeriums für Denkmalschutz).

Wenn Sie die Kirche des Carmelo besuchen möchrten, wenden Sie sich bitte die Besitzer unter der örtlichen Telefonnr. 0184-261887.

4. EHENSWÜRDIGKEITEN: MOSTACCINI-TURM (map) UND SAPERGO-TURM (map)


Folgt man der Via dei Colli bis zur Autobahnauffahrt hoch, wird man zwei Türmen aus dem 16. Jahrhundert begegnen, die die gesamte Altstadt dominieren. “Von hier aus kontrollierten die Bewohner verdächtige Schiffen die sich ihrem Land näherten…” erzählt Linda White Villari. Es waren nämlich die gefürchteten Piratenschiffe, die oft schon im voraus von anderen Gemeinden zuvor gesichtet worden waren, und die bereits deren Ankunft signalisiert hatten. Der erste Turm befindet sich in Sapergo, Sasso gegenüber gelegen. Der zweite steht etwas westlicher in einem Privatpark: Hier erhebt sich der Mostaccini-Turm. Daneben wurde eine moderne Villa im Renaissancestil der Marken errichtet. Die Villa gehörte der Familie Frezzini di Lorzano. Hier oben ließ sich Claude Monet für eine seiner berühmtesten `Bordighera Ansichten´ inspirieren. Das Gemälde befindet sich heute im ART INSTITUT OF CHICAGO.

Zu den Fotos: Links der Sapergo-Turm, rechts die Villa Mostaccini nahe des Mostaccini- Turms, den man weiter hinten links auf dem Foto erkennen kann. Die Villa Mostaccini ist eines der Gebäude mit Symbolcharakter für Bordighera, nicht zuletzt wegen ihrer wunderbaren Position (zum Vergrößern direkt auf die Bilder klicken).

5. SEHENSWÜRDIGKEITEN: WANDERWEG BEODO (map)


“Hier einer der aufregendsten Spaziergänge von Bordighera – welchen kein Künstler je vergessen wird!” - So rief Charles Garnier aus, als er diesen Wanderweg für sich entdeckte: “Ein Weg durch unzählige Orte voller Harmonie und Eleganz.” Es ist der Weg, dem das damalige Aquädukt (béodo), welches Trinkwasser und Zufluß für die Bewässerungsanlagen in die Stadt führte, folgte. Dieses speiste eine Zysterne (heute zugedeckt), die in der Mitte der Piazza Giacomo Viale gegraben worden war. Das Wasser floß in Haushalte, Brunnen, öffentliche Wasseranlagen und auch die Gärten des neuen Bordighera wurden beliefert. Der Weg beginnt sofort nach der Altstadt, der Via dei Colli folgend. Nach einem kleinen Tunnel, zieht er sich den Bach Sasso entlang und wird dann zu einer “mulattiera” (alter Mauleselweg). Es geht weiter über Terassen gehalten von alten sog. `trockenen´ Steinmauern, dass heißt, letztere werden ausschließlich durch die sorgfältige Schichtung der Steine gehalten, sie bestehen also ohne Mörtel oder ähnliches Bindematerial. Der Wanderweg zieht sich durch kleine Mimosen- und Olivenhaine, Ginster, Kakteen und Palmenbüschel bis hin zur Fraktion Sasso.

6. SEHENSWÜRDIGKEITEN: ARGENTINA PROMENADE (map)


Eine zwei Kilometer lange Gerade – zwischen Meer und Eisenbahnlinie gelegen – geschmückt mit einer Flanke wunderschöner “Araucaria excelsa” und bunten Kakteen-, Palmen- und Blumengärten, das ist der Lungomare Argentina. Die wunderschöne Argentinische Promenade erhielt diesen Namen, nachdem Evita Perón, die Ehefrau des argentinischen Präsident, diese eröffnet hatte. Sie verbrachte einen Tag in Bordighera im Juli 1947. Dieser Besuch in den ersten Nachkriegssjahren sollte die Wiedergeburt der Stadt als Urlaubsort bekräftigen. Diese Promenade ist die längsten “Fußgängerzone” Liguriens. Von hier kann man das “unvergleichliche Panorama” erleben, das von Edward und Margaret Berry liebevoll beschrieben wurde. Der Blick umfaßt die Felsen der französischen “Turbie” (obere Küstenstraße), die Hochhäuser Montecarlos und reicht bis zum Vorgebirge des Cap Ferrat, an klaren Tagen darüber hinaus. Im Musikpavillion – in der Mitte der Promende gelegen – werden auch in der Woche Konzerte abgehalten.

7. SEHENSWÜRDIGKEITEN: VILLA VON POMPEO MARIANI (map)


Von der Altstadt der Via dei Colli folgend, steigt eine schöne Panoramastraße den Hügel in Richtung Autobahnauffahrt auf. Nach einigen Kurven – bei der Via Fontana Vecchia - befindet sich ein offenes Metalltor, das in einen prächtigen Olivenhain hinein führt. Hier kann man die Villa von Pompeo Mariani, dem lombardischen Maler (Monza 1857-Bordighera 1927) bewundern. Er war einer der Hauptfiguren des Künstlerkreises in Bordighera um die Jahrhundertwende. Im Jahr 1908 erwarb der Künstler die höchstwahrscheinlich von Garnier erbaute zwischen den Oliven gelegene elegante Villa. Im Jahr 1991 ließ er sich vom Architekten Rudolf Winter (Sohn des Gärtners Ludwig Winter) ein Atelier entwerfen und in die Mitte des Gartens bauen. Er nannte es “La Specola” (Die Sternwarte). Hier besuchten ihn seine Freunde und Bewunderer, unter anderem die Königin Margarete von Savoya. Mariani, ein geschätzer impressionistischer Maler, arbeitete zwischen der Riviera und Monaco. Er produzierte unzählige Landschaftsbilder und Darstellungen des mondänen Gesellschaftslebens. La Specola – heute restauriert – ist Sitz der Pompeo Mariani-Stiftung.

8. SEHENSWÜRDIGKEITEN: OSTERIA DEL MATTONE (MADONNA DELLA RUOTA) (map)


Die Strasse nach Ospedaletti wurde in die Flanke des steinigen Abhanges gearbeitet. Bei der Hausnummer 22 befindet sich die “Casa del Mattone”, heute ein schlichtes rotgekalktes Haus in Privatbesitz mit einem jedoch sehr pflanzenreichen Garten. Dieses Gebäude ist die legendäre “Osteria del mattone”, in der der Arzt Antonio – Hauptfigur eines Romans von Giovanni Ruffini – die verunglückte Lucy beherbergen und kurieren konnte. Ruffini schreibt in seinem Buch “ Il dottor Antonio”: “Ein Haus an der Hauptstraße gelegen, sogenannt (Osteria del Mattone=Gasthaus “Zum Ziegel”, d.Ü.) vielleicht wegen seiner rötlichen Farbe oder weil es sich in der Nähe einer Ziegelfabrik befindet…” Edmondo de Amicis erinnert sich, wie die ersten englischen Touristen, die nach Bordighera kamen, eifrig nach diesem literarischen Ort suchten, an der die liebenswürdige Miss Lucy ihr gebrochenes Bein pflegen ließ.



(Übersetzung von Sonia Goerlich)